PostHeaderIcon Wagashi ingredients

There are no translations available.

Wagashi bestehen hauptsächlich aus rein pflanzlichen Zutaten, meistens aus roten Azuki Bohnen, japanischen Reis und Reismehl, feinem Weizenmehl wie Hakuriki-ko, speziellen Stärkearten wie Kuzu und Kanten(Agar-Agar), einer rein pflanzlichen „Gelatine“ die aus Algen gewonnen wird. Eine sehr wichtige Rolle spielen die besonderen Zuckerarten wie dunkler Kuro Satō oder der berühmte Wasabon Zucker, da manche Süßigkeiten fast ausschließlich daraus bestehen.
Diverse Aromen wie grüner Tee, Ingwer, Yuzu Zitronenschale oder salzig eingelegte Kirschblüten runden den Geschmack ab. Zum Aromatisieren werden auch einige geröstete Mehlsorten aus Sojabohnen oder Getreide verwendet, diese haben ein nussartiges Aroma. Die meisten Wagashi werden mit einer süßen Paste aus Azuki Bohnen, 餡 An oder 餡子Anko genannt gefüllt, diese ist auch entscheidend für den Geschmack. Andere beliebte Zutaten für Füllungen sind Kastanien oder Maronen, Kabocha Kürbis, Walnüsse oder auch Süßkartoffeln.  

In Japan werden Wagashi eigentlich immer gekauft, kaum ein Japaner macht diese zu hause, da die Zubereitung oft wirklich nicht einfach ist, viel Hintergrundwissen und spezielle Zutaten und Werkzeuge erfordert. Es gibt aber auch einige Ausnahmen, Wagashi wie Bota Mochi(oder Ohagi), Tsukimi Dango und noch paar andere, einfachere Arten werden schon zu besonderen Anlässen zuhause zubereitet.
Die Japaner wissen auch, dass um elegante, delikate Wagashi herzustellen, eine Menge Erfahrung benötigt wird, sie respektieren und schätzen dies und sind bereit, diese Süßigkeiten in speziellen Wagashi Geschäften, Wagashiya genannt, zu kaufen, obwohl sie dort meistens ihren Preis haben. Professionelle Wagashi Konditoren stellen die meisten Wagashi in reiner Handarbeit her, es werden nur die besten und frischesten Zutaten verwendet. Viele Wagashi Geschäfte sind oft auf besondere, regionale Arten spezialisiert, manche dieser Geschäfte sind sogar in ganz Japan berühmt. Ein Beispiel wäre Toraya, besonders beliebt ist hier der Yokan, mittlerweile gibt es Toraya Geschäfte auch in Paris oder New York.

In Japan hat die Handarbeit zum Glück noch einen ganz anderen Stellenwert als in westlichen Ländern, sie wird noch hochgeschätzt. 老舗Shinise nennt man kleine Spezialitäten Geschäfte, hier wird manchmal nur eine, einzige, oft regionale Spezialität frisch hergestellt und angeboten, das können besondere Süßigkeiten aber auch andere Nahrungsmittel sein.
Für die Herstellung von japanischen Süßigkeiten gibt es zwar auch einige spezielle Maschinen oder sogar kleine Produktionslinien, aber hauptsächlich für Mochi, Manju oder Yokan, diese Art von Wagashi werden in großen Mengen produziert und fertig verpackt im Supermarkt angeboten. Sie genießen aber nicht den gleichen Stellenwert, wie die kleinen Kunstwerke aus einem traditionellen Geschäft.
Einige dieser japanischen Süßigkeiten werden auch erfolgreich importiert, und können auch in Deutschland gekauft werden, oft sind sie tiefgekühlt. Meistens handelt es sich um Mochi oder Manju, solche Wagashi kann man in japanischen Geschäften kaufen oder auch online bestellen.
Die meisten dieser Süßigkeiten sind nicht schlecht,  können aber mit richtig frisch hergestellten Wagashi nicht mithalten, zum Glück sind mittlerweile auch viele der speziellen Zutaten erhältlich.

Die Frische und Qualität der Zutaten spielt eine sehr wichtige Rolle für das Endergebnis, deswegen sollten man diese lieber in kleinen Mengen frisch kaufen und nicht allzu lange lagern. Da einige der speziellen Reis- und Weizenmehlsorten erhältlich sind, gibt es keinen Grund, diese nicht zu verwenden und mit weniger geeigneten Produkten zu ersetzen. Schließlich handelt es sich bei Wagashi um wirklich etwas besonderes, ein „Genuss der fünf Sinne“, etwas was nicht jeden Tag zubereitet wird, somit sollte der höhere Preis einiger Zutaten wirklich nicht im Vordergrund stehen. Wagashi sind ein wichtiger Teil der japanischen Kultur, die Rezepte wurden teilweise im Laufe von Jahrhunderten entwickelt,  das sollte man respektieren.