Mochi, Süßes aus Reis

Mochi sind ein sehr wichtiger Teil der japanischen Esskultur, sie spielen nicht nur als Snack oder Süßigkeit eine Rolle. Traditionell werden Mochi aus japanischem Klebreis, Mochigome genannt zubereitet, diese Zeremonie nennt man 餅つきMochitsuki, es findet hauptsächlich am Neujahr statt. Die Herstellung erfordert viel Kraft und Geschicklichkeit, bei dem traditionellen Mochitsuki wird der heiße, gedämpfte Reis zuerst in einen großen Holzbottich(Usu genannt) gelegt und mit einem großen Holzhammer(Kine) gestampft. Eine Person schlägt mit dem Holzhammer auf den heißen Reis, während eine andere ihn immer wieder befeuchtet und umdreht. Der Reis wird so lange bearbeitet, bis eine sehr glatte, zähe Masse entsteht, das ist dann das fertige Mochi. Nach der Herstellung wird es noch in kleine, runde Stücke gezupft und mit reichlich Stärke bestäubt, um das aneinander Kleben zu verhindern.
Ein Teil der frischen Mochi wird getrocknet, so ist eine längere Aufbewahrung möglich, ein Teil wird aber sofort verzehrt, frisches Mochi ist besonders köstlich. Traditionell wird es gerne mit Kinako(geröstetem Sojabohnenmehl) und ein wenig braunem Zucker, mit Anko(süßer Bohnenpaste) oder herzhaft gegrillt mit ein wenig Shoyu, Nori und geriebenem Daikon gegessen.
Das Zubehör für Mochitsuki besteht aus Holz und ist ziemlich schwer, für das gemeinsame Mochistampfen sollte man also ein gewisses Vertrauen der anderen Person gegenüber haben, sonst kann es zu Verletzungen kommen. Vielleicht sind gerade deswegen lange verheiratete Paare oft die besten Mochi-Stampfer, nach der langen Zeit des Zusammenlebens ist man ein eingespieltes Team. Auf den Bildern ist eine Mochitsuki Szene nachgestellt: ein altes Ehepaar stellt gerade Mochi her, der Mann hält den Holzhammer, die Frau dreht den Reis um(solche handgemachte japanische Püppchen nennt man Ningoyu).
Heute findet das alljährliche Mochitsuki eigentlich nur noch zu Schauzwecken oder für Touristen statt, da diese Art der Zubereitung körperlich wirklich anstrengend ist, außerdem werden heute Mochi im großen Still industriell hergestellt und fertig verpackt angeboten. Auf Grund dieser Anstrengung glaubte man aber auch, dass die Kraft in das Mochi übergeht und es eine stärkende Wirkung hat.
Früher wurden handgemachte Mochi, oft auch mit eisenreichen Yomogi(japanischem Beifuss) gewürzt schwangeren Frauen gereicht. Frisch gestampfte Mochi schmecken außerdem besonders gut, viele kleine Mochi-Geschäfte in Japan verwenden professionelle Maschinen, um sie jeden Tag frisch herzustellen, sie werden dann das ganze Jahr über in vielen Formen und Geschmacksrichtungen angeboten. Wer aber Mochi unbedingt selbst zubereiten möchte, in Japan gibt es das Mochitsuki Zubehör in Kleinformat für zu hause(kleines Photo ganz rechts) oder auch elektrische, kleine Mochi-Stampfer, diese sind unseren Brotbackmaschinen nicht unähnlich. Es gibt auch bei uns Brotmaschinen, mit denen die Herstellung von Mochi zuhause gelingt, eine andere Möglichkeit wäre aber dieses Rezept hier: Herstellung von Mochi aus Reis(mit Hilfe einer Küchenmaschine).


